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| Diabetische
Retinopathie |
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Die Netzhaut ist ein sehr feines Gebilde,
das mit allerkleinsten Blutgefäßen, sogenannten
Kapillaren, versorgt wird. Für eine ungestörte Funktion
der Netzhaut ist die Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff
über diese Blutgefäße sehr wichtig. Treten
Störungen in der Versorgung auf, so kann das zu Sehbeeinträchtigungen
bis hin zur Blindheit führen.
 Treten
erhöhte Blutzuckerwerte über einen langen Zeitraum
hinweg auf, wie dies bei Diabetes
der Fall ist, so kommt es zu einer zunehmenden Einlagerung
von Fett- und Eiweißstoffen in die Gefäßwände.
Die dadurch entstehenden Verdickungen machen die Gefäßwände
brüchig. Es kann auch zu feinen Ausbuchtungen kommen.
Diese Ausbuchtungen werden Mikroaneurysmen genannt. Platzen
diese Mikroaneurysmen auf, so kann man auf der Netzhaut typische
punktförmige Einblutungen erkennen. Diese Form der diabetischen
Retinopathie wird auch als nicht-proliferative Retinopathie
bezeichnet. Oft zeigen sich keine oder nur leichte Sehstörungen,
die gut behandelt werden können.
Unbehandelt kann dieser Prozess aber
fortschreiten. Die Durchblutungsstörungen führen
dann zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff. Das regt das
Wachstum von neuen Blutgefäßen an, die auch in
den Glaskörper hineinwachsen können. Die neuen Blutgefäße
platzen leicht, und es kommt zu Einblutungen in den Glaskörper.
Die Betroffenen sehen alles verschwommen, wie hinter einem
Schleier. Diese Form, die proliferative Retinopathie, ist
sehr viel schwerwiegender, und es kommt häufig zu Sehbeeinträchtigungen
bis hin zur Erblindung. Möglich ist auch eine Ablösung
der Netzhaut. Diese schwerwiegendere Entwicklung der diabetischen
Retinopathie ist aber wesentlich seltener. Sie kann bis zur
Erblindung führen.
Wie
entwickelt sich eine diabetische Retinopathie?
Die Zahlen zur diabetischen Retinopathie variieren, je nach
Diabetestyp. Bei Typ-1-Diabetes
gilt:
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Eine Retinopathie tritt vor der Pubertät
nur sehr selten auf. |
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Nach 5-jähriger Diabetesdauer entwickelt
sie sich bei ungefähr 20 bis 25 Prozent
der Betroffenen, nach 15- bis 20-jähriger Diabetesdauer
bei ungefähr 95 Prozent der Betroffenen. |
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Eine proliferative Retinopathie haben nach
20 Jahren Diabetes mellitus über 50 Prozent
der Betroffenen. 5 bis 7 Prozent aller Typ-1-Diabetiker
haben bereits nach 5 bis 8 Jahren eine proliferative
Retinopathie, während ungefähr 20 Prozent
auch nach sehr langer Diabetesdauer (40 Jahre) nur
eine milde nichtproliferative Retinopathie entwickeln. |
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Eine diabetische Makulopathie findet sich
bei bis zu 15 Prozent der Betroffenen nach mehr als
15-jähriger Diabetesdauer. |
Bei Typ-2-Diabetikern besteht bereits
bei der Diagnosestellung bei 10 bis 15 Prozent eine
Retinopathie. Der weitere Verlauf der Erkrankung ist sehr
unterschiedlich, je nachdem welche Form der Diabetesbehandlung
notwendig wird.
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Typ-2-Diabetes
ohne Insulinbehandlung: Nach 5-jähriger Diabetesdauer
besteht bei 30 Prozent, nach 15 bis 20-jähriger
Diabetesdauer bei ca. 50 Prozent eine Retinopathie.
Ungefähr 5 bis 10 Prozent der Betroffenen
entwickeln eine proliferative diabetische Retinopathie. |
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Typ-2-Diabetes mit Insulinbehandlung: Nach
5-jähriger Diabetesdauer besteht bei 40 bis
50 Prozent, nach 15 bis 20-jähriger Diabetesdauer
bei 80 Prozent eine Retinopathie. Ungefähr 30 Prozent
der Betroffenen entwickeln eine proliferative diabetische
Retinopathie. Die diabetische Makulopathie ist bei Typ-2-Diabetikern
die häufigere Erblindungsursache. |
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