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Diabetes mellitus (Seite 3 von 3)
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Was können Sie selbst tun?
Die Diabetesbehandlung zielt in weitem Umfang auf Selbsthilfe ab. Das meint die Fähigkeit, sich selbst zu behandeln. Dies ist nur durch Erfahrung möglich - und durch Unterricht.

  In speziellen Diabetiker-Schulungen bekommt man diesen Unterricht. Im Laufe einer Woche wird alles, was mit Diabetes in Verbindung steht, besprochen.
  Eine Diabetiker-Selbsthilfegruppe, deren Adresse beim Deutschen Diabetiker Bund e. V. erfragt werden kann, hilft bei praktischen Fragen. Die Anschrift:
Deutscher Diabetiker Bund e. V.
Danziger Weg 1
D- 58511 Lüdenscheid
Telefon: 02351 - 98 91 53
eMail: info@diabetikerbund.de
http://www.diabetikerbund.de
  Sie müssen lernen, den Blutzucker selbstständig mit Hilfe eines kleinen Messgeräts zu bestimmen und zu beurteilen.
  Eine gründliche Einführung in die Insulinbehandlung ist für diejenigen wichtig, die Insulin spritzen müssen.
  Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung ist das Diabetestagebuch, in dem alle Blutzuckerwerte festgehalten werden. Dieses Tagebuch, das Sie von Ihrem Arzt oder in der Apotheke bekommen können, ist auch ein Bindeglied zwischen Arzt und Patient.
  Achten Sie auf Ihr Körpergewicht und bewegen Sie sich (Muskelarbeit), gehen Sie regelmäßig zu den Vorsorge-Untersuchungen, vermeiden Sie auch kleinste Verletzungen an den Füßen beziehungsweise desinfizieren Sie sofort jede noch so kleine Wunde am Körper und halten Sie sich an die Empfehlungen Ihres Arztes.
  Geben Sie das Rauchen auf.
  Zusätzlich sollten Sie sich in medizinischer Fußpflege unterweisen lassen.
  Hinweise auf weitergehende Informationen finden Sie in unserer Linksammlung.


Komplikationen
Bei beiden Diabetesformen können sich Folge-Erkrankungen entwickeln. Einige davon können sehr plötzlich auftreten:

  Zu niedriger Blutzuckergehalt (Hypoglykämie) kann als Folge der Behandlung auftreten (wenn man z. B. trotz Tabletteneinnahme zu wenig gegessen hat). Innerhalb kürzester Zeit (binnen weniger Minuten!) können Sie das Bewusstsein verlieren (Unterzuckerschock), wenn Sie nicht sofort etwas essen. Deshalb sollten Diabetiker immer etwas Traubenzucker und einen Patientenausweis bei sich haben. Außerdem sollten Sie Ihre Verwandten, Freunde und Arbeitskollegen über Ihre Erkrankung und die Möglichkeit eines Unterzuckerschocks unterrichten.
  Das Zuckerkoma (Ketoazidose bei Typ-1-Diabetes) ist ein lebensgefährlicher Zustand, der auf Mangel an Insulin zurückzuführen ist. Das so genannte hyperosmolare Zuckerkoma ist ebenfalls durch einen sehr hohen Zuckerspiegel bedingt und kommt eher beim Typ-2-Diabetiker vor. Diese zwei Arten von Zuckerkoma entstehen langsamer als ein Unterzuckerschock.


Folgende Spätkomplikationen sind zu befürchten:

  Durch vermehrte Ablagerung von Zucker- und Fettstoffen (siehe auch Arterienverkalkung) in den kleinen und großen Gefäßen kommt es zu arteriellen Durchblutungsstörungen. Es besteht z. B. auch die Gefahr eines Herzinfarktes oder Schlaganfalles.
  Diabetische Netzhauterkrankung (Retinopathie): Aufgrund der diabetischen Gefäßerkrankung entsteht eine Durchblutungsstörung der Netzhaut. Es kann zu Blutungen und zur Neubildung von Gefäßen und schließlich zur Einschränkung des Sehvermögens bis hin zur Blindheit kommen. Außerdem erkranken Diabetiker häufiger am Grauen Star und am Grünen Star.
  Auch Störungen des Nervensystems (Neuropathie) sind nicht selten. Die Nerven werden weniger empfindlich für Reize, was sich zunächst in einem Kribbeln oder Brennen in den Händen oder Füßen bemerkbar machen kann. Leichte Verletzungen (z. B. beim Schneiden der Fußzehen) werden nicht mehr gespürt und heilen schlecht ab. Es können sich unbemerkt Geschwüre bilden, die Gewebe und Knochen zerstören.
  Durch Veränderungen der kleinen Gefäße in der Niere können Nierenschäden entstehen, bis hin zu Nierenversagen und Dialysepflicht.
  Bei Männern sind Potenzstörungen möglich.

Diabetische Spätkomplikationen entwickeln sich erst nach einigen Jahren. Beim Typ-2-Diabetes können auf Grund des langen Zeitraums, in dem die Krankheit unerkannt war, jedoch bereits zum Diagnosezeitpunkt Komplikationen auftreten.

Umfangreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass eine gute Kontrolle der Zuckerkrankheit das Risiko für diabetische Spätschäden verringern oder sogar verhindern kann und eine normale Lebenserwartung möglich ist.

 

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