|
Eines der Probleme, mit denen Diabetiker
häufig zu kämpfen haben, ist der so genannte diabetische
Fuß. Bei etwa 6% der Diabetiker
treten erhebliche Fußprobleme auf, die allein im Jahr
1997 zu ca. 28.000 Amputationen führten. Aus
diesem Grund möchten wir Ihnen ein paar Grundregeln an
die Hand geben, die Sie unbedingt befolgen sollten.
1.
Anschauen
Sehen Sie mindestens einmal täglich Ihre Füße
an (wenn nötig, mit Hilfe eines Spiegels). Falls Sie
das nicht allein können, bitten Sie andere darum. Kontrollieren
Sie Ihre Füße sofort nach einem längeren Spaziergang
oder beim Einlaufen neuer Schuhe. Schmerzen sind kein verlässliches
Zeichen, denn sie sind bei diabetischer Nervenschädigung
(Neuropathie) vermindert oder ganz erloschen. Achten Sie daher
auf Rötungen, Druckstellen, Schwellungen oder Verletzungen.
2. Waschen
Waschen Sie Ihre Füße täglich mit milden,
neutralen, rückfettenden Seifen ohne Zusätze. Die
Wassertemperatur sollte 37-38°C betragen. Die Kontrolle
mit dem Badethermometer ist wichtig, da infolge Neuropathie
verminderte oder fehlende Temperaturempfindung vorliegen kann.
Fußbäder dürfen nicht länger als 3-5 Minuten
dauern und sollten keine hautreizenden Zusatzstoffe enthalten.
Baden Sie niemals mit offenen Wunden, da das Gewebe aufweicht
und Bakterien eindringen können. Infektionsgefahr!
3.Trocknen
Trocknen Sie Ihre Füße sorgfältig ab und achten
Sie währenddessen darauf, Einrisse zu vermeiden. Die
empfindliche Haut der Zehenzwischenräume bzw. die Beugefalten
der Zehen bei Krallen- oder Hammerzehen am besten vorsichtig
mit Wattestäbchen trocknen.
4. Pflegen
Trockene Haut muss gefettet werden, und zwar mindestens zweimal
täglich. Bitte nicht zwischen den Zehen, da sich Krümel
bilden. Diese können zu Druckstellen führen. Verwenden
Sie fetthaltige Cremes oder Salben ohne Zusätze und Konservierungsstoffe.
Nicht geeignet sind Öle bzw. Zinkpasten, da sie austrocknend
wirken. Im Zweifelsfall berät Sie Ihr Arzt oder Apotheker.
5.
Zehennägel
Feilen Sie Ihre Nägel gerade - die Ecken leicht
abrunden, damit die benachbarten Zehen nicht eingedrückt
werden. Lassen Sie eingewachsene Nägel durch diabetologisch
geschulte Fußpfleger behandeln. Niemals mit spitzen
oder scharfen Gegenständen am Nagel arbeiten, d. h.
Scheren, Zangen oder Raspeln nicht verwenden!
6. Nie
barfuß oder in Strümpfen laufen
Laufen Sie niemals barfuß oder nur in Strümpfen,
vor allem, wenn eine Nervenschädigung vorliegt. Bereits
Brotkrümel oder Sandkörnchen können unbemerkt
zu Verletzungen führen. In Bädern oder an Stränden
sollten Sie stets Badeschuhe tragen, da Verletzungsgefahr
durch Steine, heißen Sand, Glassplitter und Ähnliches
besteht.
7.
Kalte Füße nicht mit heißen Gegenständen
erwärmen
Verwenden Sie keine Wärmflaschen, Heizkissen oder auch
den Föhn zum Erwärmen Ihrer Füße, sondern
tragen Sie Wollsocken, die nicht drücken oder einschneiden.
8.
Strümpfe
Strümpfe sollten keine auftragenden Nähte oder beengenden
Ränder haben. Wichtig ist ein hoher Baumwollanteil. Ziehen
Sie Strümpfe verkehrt herum an (Nähte nach außen)
und vermeiden Sie Faltenbildung, da Blasen entstehen können.
|