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Schwangerschaftsdiabetes (Seite 1 von 2)
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Gestationsdiabetes

Der Schwangerschafts- oder Gestationsdiabetes (von lat. gestatio = das Tragen) ist eine Form der Zuckerkrankheit, die während der Schwangerschaft entsteht und unmittelbar nach der Geburt meist wieder verschwindet. Die Krankheit betrifft zwar hauptsächlich übergewichtige Frauen sowie Frauen, in deren Familien Diabetes aufgetreten ist, zählt jedoch insgesamt zu den häufigsten schwangerschaftsbegleitenden Erkrankungen. Bei etwa vier Prozent aller Schwangeren lässt sich mit geeigneten Methoden ein Gestationsdiabetes nachweisen.

In der Regel macht sich ein Gestationsdiabetes nicht durch Beschwerden bemerkbar, weshalb er nur durch einen Suchtest festgestellt werden kann. Frauen, die während einer Schwangerschaft diese Form des Diabetes entwickeln, haben ein erhöhtes Risiko, in der Folge an einem Diabetes vom Typ 2 zu erkranken.


Wie entsteht ein Gestationsdiabetes?
Das Hormon Insulin wird vom Körper in der Bauchspeicheldrüse produziert. Es fördert die Aufnahme von Zucker durch die Zellen und senkt so den Blutzuckerspiegel. Wenn zu wenig Insulin erzeugt wird, entsteht der Diabetes mellitus. Während einer Schwangerschaft steigt unter dem Einfluss der Schwangerschaftshormone der Bedarf an Insulin stetig an. Kann die Schwangere den erhöhten Bedarf an Insulin nicht durch eine verstärkte Insulinfreisetzung in der Bauchspeicheldrüse ausgleichen, entwickelt sich ein Gestationsdiabetes. Nach der Geburt wird wieder weniger Insulin benötigt, und die Zuckerkrankheit verschwindet in der Regel wieder.

Wenn eine Frau während der Schwangerschaft zuckerkrank war, hat sie ein erhöhtes Risiko, später erneut und dann dauerhaft zuckerkrank zu werden. Die Produktion von Insulin nimmt nämlich mit dem Alter ab. Das Diabetes-Risiko wird vermutlich wesentlich vermindert, wenn Zustände mit erhöhtem Bedarf an Insulin vermieden werden. Dazu gehören Übergewicht, ungesunde Ernährung und wenig Bewegung.

 
Woran merkt die Schwangere, dass ihr Blutzuckerspiegel erhöht ist?
Diese Form der Zuckerkrankheit verläuft oft ohne Beschwerden. Sie wird deshalb meist erst durch Suchtests gefunden. Werden diese nicht durchgeführt, so wird die Erkrankung meist erst durch deren Folge-Erscheinungen auffällig (z. B. starke Zunahme der Fruchtwassermenge, abnormales Größenwachstum des Kindes = fötale Makrosomie). Nur selten treten bei einer Schwangeren Symptome auf, wie sie bei einem Diabetes mellitus Typ 1 üblich sind.

 
Ist der Gestationsdiabetes gefährlich?
Der Gestationsdiabetes kann für das ungeborene Kind gefährlich sein. Während der Geburt kann es zu Problemen auf Grund der großen Gewichtszunahme kommen, die durch die ungünstigeren Platzverhältnisse auch für das Kind belastender wird. Die Ausreifung des ungeborenen Kindes kann verzögert ablaufen. Besonders bedeutsam ist die langsamere Ausreifung der Lunge des Fötus. Auch Stoffwechselstörungen und Verschiebungen im Salzhaushalt des Kindes sind zu beobachten. Die größte Gefahr liegt in Störungen der Entwicklung des Mutterkuchens (Plazenta), die zu einer kindlichen Mangelversorgung und sogar zum Absterben des Kindes führen können. Nach der Geburt neigen die Neugeborenen von Müttern mit einem Gestationsdiabetes zu Unterzucker. Durch regelmäßige Kontrollen innerhalb der ersten 48 Lebensstunden und gegebenenfalls Zufütterung von Traubenzuckerlösung kann ein hierdurch bedingter Schaden zuverlässig vermieden werden.

Kindliche Fehlbildungen treten nur bei einem schlecht eingestellten insulinpflichtigen Diabetes Typ 1, nicht jedoch beim Gestationsdiabetes deutlich gehäuft auf.

Schwangere mit einem Gestationsdiabetes leiden etwas häufiger an Infektionen, beispielsweise der Harnwege, und sie entwickeln gehäuft eine Gestose-Erkrankung (Schwangerschaftsbluthochdruck, Präeklampsie). Durch eine frühzeitige Normalisierung des mütterlichen Zuckerstoffwechsels (Diabetes-Diät, gegebenenfalls Insulinbehandlung) können die genannten Risiken für Mutter und Kind erheblich verringert werden.

 

 
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