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Diese Übersicht soll keine umfassende
Abhandlung über Ess-Störungen darstellen, sondern
nur auf die am häufigsten auftretenden Ess-Störungen
kurz beschreiben. Sollten Sie eines der beschriebenen Krankheitsbilder
bei sich feststellen, scheuen Sie nicht den Gang zum Arzt;
mit einer geeigneten Therapie kann Ihnen geholfen werden -
wenn Sie es wirklich wollen!
Ess-Sucht
(Adipositas)
Äußeres Merkmal der Ess-Sucht (Adipositas) ist
das Übergewicht, verursacht durch regelmäßiges
Zu-viel-Essen oder auch durch Diätkuren, die zu regelmäßigen
Essanfällen führen. Ess-Süchtige schlucken
ihre Gefühle herunter.
Das Essen ist keine Reaktion auf Hungergefühle,
sondern überwiegend ein Ersatz für unerfüllte
emotionale Bedürfnisse. Das übermäßige
Essen ist ein Weg, mit Ängsten, Überforderung, Nähe,
Ärger, Trauer, Wut, Zurückweisungen, innerer Leere,
Intimität, Einsamkeit, der Rollenerwartung und Selbstkritik
umzugehen. Die Betroffenen fühlen sich dem Essen hilflos
ausgeliefert. Beginnen sie erst einmal mit dem Essen, gibt
es keine Kontrolle mehr für sie.
Latente
Ess-Sucht (latente Adipositas)
Latent esssüchtige Menschen führen eine ständige
Auseinandersetzung mit ihrem Körpergewicht. Sie leben
in einem Wechsel zwischen zu vielem Essen und Diäthalten.
Damit gehen häufig große Gewichtsschwankungen innerhalb
kurzer Zeit einher.
Latente Ess-Sucht begünstigt den
Einstieg in andere Ess-Störungen: Versagt die Selbstkontrolle,
kann daraus irgendwann eine Ess-Sucht oder eine Bulimie entstehen.
Oder im anderen Fall: Die positive Reaktion der Mitmenschen
auf die Selbstkontrolle spornt die Betroffenen an, noch rücksichtsloser
mit sich zu werden und kann zur Magersucht (Anorexia nervosa)
führen.
Ess-
und Brech-Sucht (Bulimia nervosa)
Die Ess- und Brech-Sucht (Bulimia nervosa) ist gekennzeichnet
durch sich wiederholende Episoden von Fressanfällen,
bei denen es zu einer großen Aufnahme kalorienreicher,
leicht verzehrbarer Nahrung innerhalb einer bestimmten Zeitspanne
kommt (mindestens zwei Anfälle pro Woche über drei
Monate).
Während der Fressanfälle haben
Betroffene das Gefühl, ihr Essverhalten nicht unter Kontrolle
halten zu können. Im Anschluss an die Heisshunger-Attacken
folgt das selbst herbeigeführte Erbrechen und/oder Medikamentenmissbrauch
(Abführ-, Entwässerungstabletten, strenge Diät-
bzw. Fastenphasen, übermäßige körperliche
Betätigung, um eine Gewichtszunahme zu verhindern).
Typisch ist eine übertriebene andauernde
Beschäftigung mit Figur und Gewicht. Vom äußeren
Erscheinungsbild sind bulimische Frauen und Männer unauffällig.
Auch das Essverhalten in der Öffentlichkeit ist eher
kontrolliert. Nach außen hin funktioniert alles perfekt.
Magersucht
(Anorexia nervosa)
Hauptmerkmal der Magersucht ist die extreme Gewichtsabnahme,
die durch eine streng kontrollierte und eingeschränkte
Nahrungsaufnahme erreicht wird. Die extreme Angst vor einer
Gewichtszunahme oder dem Dickwerden verfolgt die Betroffenen
auch noch, wenn sie bereits untergewichtig sind. Ihre Körperwahrnehmung
hinsichtlich Gewicht, Größe oder Form ist gestört.
Sie fühlen sich auch dann noch zu dick, wenn sie nur
noch aus Haut und Knochen bestehen.
Die Gedanken der Magersüchtigen
kreisen ständig um das Essen und das Körpergewicht.
Das Nicht-Essen gibt ihnen das Gefühl der Autonomie,
Reinheit, Einzigartigkeit und der Macht. Magersüchtige
brechen gewaltsam den Kontakt zu ihrem Körper ab: Ihr
Körper hat keine Bedürfnisse zu haben.
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