| Die akute Tonsillitis (auch: Angina
tonsillaris), zumeist einfach Mandelentzündung genannt,
ist eine Entzündung der Gaumenmandeln, die hauptsächlich
von bestimmten Bakterien, den Streptokokken, verursacht wird.
Sie betrifft vorzugsweise Kinder im Schulalter, seltener Kleinkinder.
Aber auch in jedem anderen Alter können Entzündungen
vorkommen.
Der häufigste Übertragungsweg
dieser Erkrankung ist die Tröpfcheninfektion; in den
Wintermonaten und im Frühjahr tritt sie öfter auf
als in den anderen Jahreszeiten.
Was
sind die Ursachen einer Mandelentzündung?
Der Erreger einer Mandelentzündung sind in den meisten
Fällen Streptokokken der Gruppe A (Bakterien). Eine
akute Entzündung der Gaumenmandeln kann auch Begleitsymptom
anderer Erkrankungen sein. Die Scharlacherkrankung
ist z. B. eine Streptokokkenangina mit generalisierter
Infektion und Hautausschlag. Andere Erkrankungen mit Anginaformen
sind z. B. das Pfeiffersche
Drüsenfieber, die Herpangina, die Soorangina, seltener
eine spezifische Angina bei Lues, Tuberkulose oder Leukämie.
Auch andere Bakterien und Viren können Anginen hervorrufen.
Welche
Symptome hat eine akute Mandelentzündung?
Typische Merkmale einer Mandelentzündung sind ein plötzlicher
Beginn, meist hohes Fieber sowie deutlich gestörtes Allgemeinbefinden
mit Schluckbeschwerden. Dabei sind die Tonsillen (Mandeln)
entzündlich geschwollen, hochrot und haben weiße
bis gelbliche, streifenartige, punktförmige oder zusammenhängende,
schmierige Beläge. Oft sind die Lymphknoten im Kieferwinkel
schmerzhaft geschwollen, und die Sprechweise wirkt verwaschen.
Ein typisches Begleitsymptom der Mandelentzündung ist
unangenehmer Mundgeruch.
Wie
stellt der Arzt die Diagnose?
Bei Verdacht auf eine Infektion mit Streptokokken der Gruppe A
ist ein Rachenabstrich die erste diagnostische Maßnahme.
Ihr Arzt kann dabei einen orientierenden Schnelltest durchführen
oder eine Bakterienkultur zur genauen Diagnose anlegen.
Möglichkeiten
der Behandlung
Eine Streptokokkenangina sollte in der Regel mit Antibiotika
behandelt werden. Antibiotika der Wahl sind Penicillin oder
Cephalosporine.
Welche
Komplikationen können bei einer Mandelentzündung auftreten?
Eine relativ häufige Komplikation der eitrigen Angina
ist der Peritonsillarabszess (eine Eiteransammlung im Tonsillenbett).
Als Bakterien, die dafür verantwortlich sind, kommen
neben Streptokokken auch Staphylokokken und Hämophilus-influenza-Bakterien
in Frage. Der Abzesseiter muss operativ entfernt werden. In
der gleichen Sitzung werden meist auch die Mandeln mit entfernt.
Begleitend wird der Arzt eine antibiotische Therapie durchführen.
Dank der Antibiotikatherapie gibt es
kaum noch die früher gefürchteten Spätkomplikationen
wie das rheumatische Fieber, eine chronische Nierenerkrankung
(Glomerulonephritis) oder eine Herzbeteiligung (Endokarditis).
Ratschläge
In den meisten Fällen ist die Behandlung mit Penicillin
bei einer Streptokokkenangina sehr erfolgreich. Wenn Ihr Kind
an einer Mandelentzündung erkrankt, beachten Sie zusätzlich
folgende Tipps:
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Ihr Kind sollte sich schonen und viel Flüssigkeit
zu sich nehmen. Auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme
sollten Sie trotz Schluckbeschwerden des Kindes achten. |
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Lutschtabletten für den Hals helfen
dabei, die Schluckbeschwerden zu lindern. |
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Das Fieber können Sie durch Wadenwickel
und Fieberzäpfchen senken. |
Bei häufig wiederkehrenden Entzündungen
der Tonsillen spricht man auch von einer chronischen Tonsillitis.
Leidet Ihr Kind an einer chronischen Tonsillitis oder führt
die Mandelentzündung wegen der großen Mandeln zu
Atemnot, dann ist das ein guter Grund, eine Mandeloperation
(Tonsillektomie) durchführen zu lassen.
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