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Otitis externa
Ohrenentzündung im äußeren Gehörgang (Otitis externa)

Bei einer Otitis externa ist die Haut des äußeren Gehörgangs entzündet. Dabei kann die Infektion auf einen kleinen Bezirk begrenzt sein wie bei einem Furunkel (meist bakterielle Entzündung). Sie kann sich aber auch über den ganzen Gehörgang verteilen wie bei vielen Pilzinfektionen oder allergischen Reaktionen.

 
Wie entsteht eine Entzündung des äußeren Gehörgangs?
Normalerweise reinigt sich der äußere Gehörgang von selbst. Das nach außen gerichtete Wachstum der Gehörgangshaut (Gehörgangsepithel) befördert das neu gebildete Ohrenschmalz (Hautfett) zusammen mit Hautschuppen nach außen. Besteht ein Mangel an schützendem Hautfett, etwa durch regelmäßiges Reinigen mit Wattestäbchen, ist die Haut im Gehörgang besonders empfindlich gegenüber Entzündungen.

Dieses Infektionsrisiko steigt bei

  Feuchtigkeit im Ohr nach dem Baden oder Schwimmen, insbesondere, wenn eine knöcherne Einengung des Gehörgangs (Exostose) vorliegt,
  häufigem Schwimmen in Chlorwasser, da das Chlor die Gehörgangshaut austrocknet,
  Irritationen oder Verletzungen durch Wattestäbchen und Ohrenstöpsel, die die Gehörgangshaut verletzen,
  trockener, empfindlicher Gehörgangshaut bei Hauterkrankungen (z. B. Ekzem),
  Diabetes oder anderen Krankheiten, die das Auftreten von Infektionen begünstigen,
  Allergien gegen Seifen, Haarsprays, Ohrpassstücke von Hörgeräten.

 
Welche Symptome treten bei einer Entzündung des äußeren Gehörgangs auf?
Bei Entzündungsreaktionen, welche den ganzen Gehörgang betreffen, klagt der Betroffene meist über

  Juckreiz,
  Rötung,
  starke Schmerzen,
  Anschwellen des Gehörgangs,
  Schmerz bei Druck auf die knorpelige Erhebung am äußeren Ohr (Tragus) oder beim Ziehen des Ohrläppchens,
  Ausfluss aus dem Ohr,
  eventuell Hörminderung.

Örtlich begrenzte Entzündungen wie Furunkel, die nur in den beiden äußeren Dritteln des Gehörgangs entstehen, verursachen meist

  starke Schmerzen beim Sprechen und beim Kauen,
  Schmerz bei Druck auf die knorpelige Erhebung am äußeren Ohr oder beim Ziehen des Ohrläppchens.

Der Ohrfurunkel wird an einer örtlich begrenzten Schwellung des äußeren Gehörgangs erkannt. Schmerz bei Druck auf die knorpelige Erhebung am äußeren Ohr oder beim Ziehen des Ohrläppchens deutet immer auf eine akute Entzündung im Gehörgang hin.

 
Wie wird eine Entzündung des äußeren Gehörgangs diagnostiziert?
Nach der Befragung des Patienten kann der Arzt diese Erkrankung durch eine Ohrenspiegelung und eventuelles Abtasten erkennen.

 
Wie wird eine Entzündung des äußeren Gehörgangs behandelt?
Die Behandlung sieht folgendermaßen aus:

  Im Vordergrund stehen neben abschwellenden und schmerzstillenden Maßnahmen die gründliche Reinigung (z. B. durch Absaugen) und Desinfektion des Gehörgangs, wobei häufig antibiotika- und/oder kortisonhaltige Gazestreifen eingelegt werden.
  Bei einer Pilzinfektion werden Antimykotika in Form von Tropfen oder Salbe angewendet.
  In schweren Fällen können Antibiotika in Tablettenform verabreicht werden.

Bei chronischen oder wiederholten Formen könnte eine nicht erkannte oder falsch eingestellte Zuckererkrankung (Diabetes mellitus) vorliegen. Dies sollte durch entsprechende Untersuchungen bzw. richtige Einstellung ausgeschlossen werden.

Handelt es sich bei der Entzündung bereits um einen Abszess, so muss dieser bei örtlicher Betäubung aufgeschnitten werden.

 
Was können Sie selbst tun?
Ist eine Entzündung des äußeren Gehörgangs bei Ihnen diagnostiziert worden, sollten Sie auf Folgendes achten:

  In den ersten drei Wochen nach der Behandlung sollten Ihre Ohren nicht mit Wasser in Kontakt kommen.
  Verwenden Sie deshalb beim Duschen oder Baden eine Badehaube oder legen Sie salben- oder cremegetränkte Watte in den Gehörgang.

 
Wie kann man einer Entzündung des Gehörganges vorbeugen?
Zur Vorbeugung sollten Sie Folgendes beachten:

  Verzichten Sie darauf, den Gehörgang mit Wattestäbchen zu reinigen.
  Gehen Sie bei übermäßiger Produktion von Ohrenschmalz zur regelmäßigen Reinigung der Ohren zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt.
  Vermeiden Sie den Kontakt mit hautaustrocknenden chemischen Mitteln.
  Versuchen Sie bei Vorliegen einer Allergie, die verursachende Substanz zu meiden.
  Verwenden Sie nicht eigenmächtig Ohrentropfen.

 
Wie ist die Prognose bei einer Entzündung des äußeren Gehörgangs?
Gehen Sie zum Arzt, sobald Sie den Verdacht haben, dass der äußere Gehörgang sich entzündet hat: Unbehandelt kann sich aus jeder Entzündung ein Gehörgangabszess bilden. Diese Entzündung kann auf die benachtbarten Regionen wie das Mittelohr, den Knorpel und die Knochen übergreifen und zu einem schwer wiegenden Abszess führen.

In der Regel heilt eine Entzündung des äußeren Gehörgangs, wenn sie behandelt wird, innerhalb weniger Tage ab. In Einzelfällen (z. B. bei Diabetes) kann die Therapie langwierig sein, und die Erkrankung kann immer wieder auftreten.

 

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